Der Kaminkehrer: Ihr Sicherheits-, Umwelt- und Energieexperte

Kaminkehrermeister

Stefan Hof

Aufstellung von Feuerstätten

Aufstellung von Feuerstätten

Informationen zur Aufstellung von Einzelfeuerstätten

 

 


Anforderung an die Feuerstätte

Beim Kauf der Feuerstätte sollten folgende Punkte beachtet werden:

 

Zulassung:

Es dürfen nur geprüfte und Zugelassene Feuerstätten aufgestellt werden.

Erkennbar ist dies am CE- oder ein Ü- Zeichen das sich auf dem Typenschild der Feuerstätte befinden muss.

 

Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrad:

Nach der Bundesimmissionsschutzverordnung dürfen Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe nur aufgestellt werden, wenn die Anforderungen an Staub- und CO- Gehalt der Abgase nach der Stufe II und der Mindestwirkungsgrad eingehalten werden.

(Grenzwerte siehe Artikel neue Bestimmungen für Feuerstätten für feste Brennstoffe auf meiner Webseite)

 


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Feuerstätten die nach der DIN-Plus- der Münchner- oder Regensburger Norm geprüft sind erfüllen die Anforderungen in jedem Fall.

Informieren Sie sich unbedingt vor dem Kauf der Feuerstätte!

 

 

 

Aufstellung der Feuerstätte

 

Leistung der Feuerstätte:

Die Nennwärmeleistung der Feuerstätte sollte an das zu beheizende Raumvolumen angepasst sein.

Eine zu groß dimensionierte Feuerstätte ist sehr schlecht regelbar und bewirkt eine Überhitzung des Raumes.

 

Aufstellraum und Verbrennungsluftversorgung:

Zur ausreichenden Verbrennungsluftversorgung sollte der Aufstellraum ein Raumvolumen von mind. vier m³ je KW Nennwärmeleistung haben und ein Fenster oder eine Tür ins Freie das geöffnet werden kann.

Bei dichten Gebäuden ist eine gesonderte Verbrennungsluftzuführ vom freien vorzusehen,

( raumluftunabhängige Betriebsweise )

Die Verbrennungsluft muss hierbei direkt durch Leitungen vom freien angesaugt werden.

Bei neueren Kaminsystemen kann die Verbrennungsluft auch über den sogenannten Ringspalt zugeführt werden. ( LAS- System )

Bitte Beachten:

Eine Verbrennungsluftversorgung über LAS- Systeme ist nur bei raumluftunabhängigen Feuerstätten mit einer Bauaufsichtlichen Zulassung beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT-Zulassung) zugelassen!!! 

 

Raumluftabsaugende Anlagen:

Die Tatsache das Gebäudehüllen immer dichter werden und dadurch nicht genügend Verbrennungsluft vom Freien nachströmt macht es erforderlich, dass Maßnahmen getroffen werden die einen sicheren Betrieb von Feuerstätten gewährleisten.

Insbesondere beim Gleichzeitigem Betrieb von Feuerstätten und Abluftdunstabzugsanlagen in derselben Nutzungseinheit kann durch fehlendes nachströmen von Außenluft ein gefährlicher Unterdruck entstehen.

Dadurch kann es:

         Zum Rauchaustritt an der Feuerstätte kommen. Oftmals tritt schon vorher unbemerkt das giftige Kohlenmonoxyd aus, ein absolut geschmacks,- farb,- und geruchloses Gas das stark toxisch auf den Organismus wirkt.

        durch den Unterdruck im Aufstellraum zu einer Unterversorgung der Feuerstätte mit Sauerstoff kommen, wodurch sich Schwelgase in dieser ansammeln können und es zu starken Verpuffungen in der Feuerstätte kommen kann.

Folgende Maßnahmen können getroffen werden:

 


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Fensterkontaktschalter:

Dieser gewährleistet dass die Dunstabzugshaube nur

in Betrieb gehen kann wenn ein Fenster geöffnet ist,

sodass durch diese Öffnung Außenluft nachströmen kann.

Dies ist die einfachste und sicherste Lösung.

Kontaktschalter werden auch mit Funkverbindung

Angeboten, sodass keine zusätzlichen Leitungen verlegt

werden müssen.

Unbedingt auf Zulassung achten!!

 

Mein Tipp:

Beim Einbau drauf Achten das die Stromzufuhr bei

geschlossenem Fenster nur für den Lüfter unterbrochen

wird und die Energiezufuhr für die Beleuchtung erhalten

Bleibt, da diese sonst auch nur bei geöffnetem Fenster

Funktioniert. 

 


Abgastemperaturwächter:

Hier wird ein Rauchgasthermostat im Verbindungsstück der Feuerstätte mit der Dunstabzugshaube Elektrisch

Verbunden. Dieser gibt den Betrieb für die Dunstabzugsanlage nur dann frei, wenn die Feuerstätte nicht in

Betrieb ist.

Diese Variante sollte nur bei selten betriebenen Feuerstätten angewandt werden

Unterdrucküberwachung:

Bei diesem System wird die Abgasabführung und die Druckdifferenz zwischen dem Aufstellraum und dem Freien

mit speziellen hierfür bauaufsichtlich zugelassenen Luftdruckwächtern überwacht, sodass bei einer Überschreitung

des zulässigen Unterdrucks die Raumluftabsaugende Anlage abschaltet.

Gerätehersteller:  

Fa.Kutzner + Weber                   Universal

Fa.Erich Huber                           Luftdruckwächter P4

Fa.Ulrich Brunner GmbH            Unterdrucksicherheitsabschalter USA

Fa.Leda                                      Unterdruck Controller

Fa.Wodtke                                 Differenzdruck- Controller DS 01

 

Alternativ kann durch eine Unterdruckmessung nachgewiesen werden, ob beim Betrieb von Feuerstätte und Dunstabzugsanlage kein größerer Unterdruck als 4 Pa gegenüber dem Freien auftreten kann.

Hierbei wird drei mal 30 Sekunden bei geschlossenen Fenstern und Türen, sich in Betrieb befindlicher Feuerstätte und in der höchsten Leistungsstufe eingeschaltete Dunstabzugsanlage messtechnisch nachgewiesen ob kein Gefährlicher Unterdruck entsteht.

Wenn die Anforderungen erfüllt sind kann auf zusätzliche Maßnahmen

Verzichtet werden.

Diese Messungen werden vom Kaminkehrerhandwerk ausgeführt.

 

 

Raumlufttechnische Anlagen:

In Wohngebäuden werden aufgrund der dichten Gebäudehülle immer häufiger Lüftungsanlagen installiert.

Bei diesen Einrichtungen kann es zu gefährlichen Unterdrücken im Aufstellraum der Feuerstätte kommen.

 

Beim Betrieb von raumluftabhängigen Feuerstätten muss in jedem Fall ein Unterdruckruckwächter eingebaut werden, der die Lüftungsanlage bei einem zu hohen Unterdruck im Aufstellraum abschaltet.

 

Beim Betrieb von raumluftunabhängigen Feuerstätten kann auf eine Sicherheitseinrichtung verzichtet werden. Die Feuerstätte jedoch muss eine allgemein Bauaufsichtliche Zulassung haben (FC- Kennzeichnung).

Bei diesen Feuerstätten ist die Leitung zur Verbrennungsluftversorgung und das Verbindungsstück Bestandteil der Feuerstätte und mit dieser Geprüft. Diese Anlagen sind bis zu einem Unterdruck von 8 Pascal dicht.  

Die Lüftungsanlage muss so ausgelegt sein, dass der Unterdruck im Aufstellraum der Feuerstätte 8 Pascal nicht überschreitet.

( Lüftungsanlagen mit F- Kennzeichnung)

 

Beim geplanten Einbau oder bei vorhanden sein solcher Raumlufttechnischen Anlagen sollten Sie unbedingt frühzeitig Kontakt mit mir aufnehmen, um rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen zu beraten.

 

 

 

 

Abstände zu brennbaren Bauteilen

 

 


Feuerstätte:

Vor der Feuerstätte sind Fußböden aus brennbaren Baustoffen durch einen Belag aus nichtbrennbaren Baustoffen zu schützen.

 

Von der Feuerstätte sind zu brennbaren Bauteilen und Möbeln die vom Herstellerauf dem Typenschild angegebenen Mindestabstände einzuhalten.

Liegen vom Hersteller keine Angaben vor, sind mind. 40 cm einzuhalten.

 

 

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Verbindungsstück:

Die Rauchrohre sind  auf dem kürzesten Weg zum Kamin zu führen.

Brennbare Bauteile und Möbel müssen von Rauchrohren  mind.  40 cm entfernt sein. Es genügt ein  Abstand von 10 cm, wenn die Rauchrohre mind. 2 cm mit nichtbrennbaren Dämmstoffen ummantelt sind. Alternativ kann auch ein Strahlungsschutz oder entsprechend hierfür zugelassene Brandschutzplatten verwendet werden, muss aber je nach örtlicher Gegebenheit

vorher abgeklärt werden.

Werden Rauchrohre durch Wände aus brennbaren Baustoffen geführt,  sind sie  mind. 20 cm  mit  nichtbrennbaren  Dämmstoffen zu ummanteln, oder im Abstand von 20 cm ein Schutzrohr aus nicht brennbaren Baustoff anzubringen.

 

Kaminanschluss

 

Der Rauchrohranschluss an den Kamin muss mit einem Doppelrohrfutter ausgefüllt werden. Der Anschluss muss fachmännisch hergestellt  sein, da dieser sonst ein erhöhtes Brandrisiko darstellt und ggf.  Rauchgase unerwünscht in den Aufstellraum eindringen können.

Zur Prüfung der Eignung des bestehenden Kamins oder bei der Planung eines neuen Kamins setzten Sie sich bitte unbedingt mit mir in Verbindung, um die Gegebenheiten zu überprüfen.

 

 


Kaminhöhen über Dach

 

Kamine und Abgasanlagen müssen:

 

Bei Dachneigungen von mehr als 20° den First um mindestens 40 cm überragen oder einen horizontalen Abstand von der Dachfläche von mindestens 2,3m haben.

Bei Dachneigungen bis einschließlich 20° den First um 40 cm überragen oder von der Dachfläche mind. 1m entfernt sein.

Ein Abstand von der Dachfläche von 40 cm genügt, wenn nur raumluftunabhängige Feuerstätten für flüssige oder gasförmige Brennstoffe angeschlossen sind, die Summe der Nennleistungen der angeschlossenen Feuerstätten nicht mehr als 50 kW beträgt und das Abgas durch Ventilatoren abgeführt wird.

Dachaufbauten, Gebäudeteile, Öffnungen zu Räumen und ungeschützte Bauteile aus brennbaren Baustoffen, ausgenommen Bedachungen, um mindestens 1 m überragen, soweit deren Abstand zu den Abgasanlagen weniger als 1,5 m beträgt.

Bei Feuerstätten für feste Brennstoffe in Gebäuden mit weicher Bedachung, am First des Daches

austreten und diesen um mindestens 80 cm überragen.

Die Oberkanten von Lüftungsöffnungen, Fenstern oder Türen um mindestens 1 m überragen

a) in einem Umkreis von 15 m bei Feuerstätten für feste Brennstoffe mit einer Gesamtnennwärmeleistung bis 50 kW; der Umkreis vergrößert sich um 2 m je weitere angefangene

50 kW bis auf höchstens 40 m,

b) in einem Umkreis von 8 m bei Feuerstätten für flüssige oder gasförmige Brennstoffe mit einer

Gesamtnennwärmeleistung bis 50 kW; der Umkreis vergrößert sich um 1 m je weitere angefangene 50 kW bis auf höchstens 40 m.

 

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Abnahme

Grundsätzlich gilt, dass Feuerstätten und Heizungsanlagen nach der bayr. Bauordnung erst nach Abnahme durch den zuständigen Bezirkskaminkehrermeister in Betrieb genommen werden dürfen. Geschieht dies nicht, hat der Betreiber im Schadensfall keinen Versicherungsschutz da die Inbetriebnahme ohne Abnahme rechtlich als grobe Fahrlässigkeit angesehen wird.

 

 





Bundesland: Bayern
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Stefan Hof

Kaminkehrermeister
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